Fachstelle Migration und Gute Arbeit Brandenburg

Wir bieten Ihnen kostenlose Beratung zu arbeitsrechtlichen Fragen in den Sprachen Deutsch, Englisch, Russisch, Polnisch, Französisch und Arabisch an. Wir unterstützen Sie in der Durchsetzung Ihrer Arbeitsrechte, indem wir Ihnen Informationen geben über Ihre Möglichkeiten.
Wenn Sie dies wünschen, nehmen wir schriftlich oder per Telefon Kontakt zu Ihrem Chef / Ihrer Chefin auf. In einer so genannten „Geltendmachung“ fordern wir Geld für Sie ein, das Ihnen noch zusteht. Wenn unsere Bemühungen nicht zu einer Lösung führen, dann unterstützen wir Sie auf dem Weg zum Arbeitsgericht, wo Sie Ihre Rechte einklagen können.
Wir beraten alle zugewanderten Menschen, die in Brandenburg leben oder arbeiten, bzw. die zum Arbeiten nach Brandenburg pendeln. Sie können auch zu uns kommen, wenn das Arbeitsverhältnis schon beendet ist. Auch wenn Sie keine Arbeitserlaubnis haben, oder wenn Sie kein Mitglied einer Gewerkschaft sind, sind Sie bei uns willkommen.
Wir arbeiten vertraulich: wir geben ohne Ihr Einverständnis keine Informationen über Sie weiter.

Sie wissen nicht, ob der Arbeitsvertrag korrekt ist?
Sie haben eine schriftliche oder mündliche Kündigung erhalten oder möchten selbst kündigen?
Sie bekommen keinen Urlaub oder der Urlaub wird nicht bezahlt?
Sie hatten einen Unfall bei der Arbeit oder Ihre Gesundheit wird durch die Arbeit gefährdet?
Sie werden bei der Arbeit schlechter behandelt, weil Sie nicht aus Deutschland kommen?

Es gibt Arbeitsrechte, die Sie schützen, zum Beispiel:
- Es gibt seit 2015 einen Mindestlohn. Seit dem 1. Januar 2025 liegt der allgemeine Mindestlohn bei 12,82 EUR brutto pro Stunde. Für einige Branchen gibt es höhere Mindestlöhne, z.B. im Bau, in der Gebäudereinigung oder in der Zeitarbeit. Sie finden sie unter www.boeckler.de.
- Überstunden müssen bezahlt werden oder Sie sollten dafür freie Zeit bekommen
- Bei Krankheit muss der Chef / die Chefin (oder die Krankenkasse) den Lohn weiterzahlen
- Eine Kündigung gilt nur schriftlich und wenn die gesetzlichen Fristen eingehalten werden

NOTIEREN SIE SICH IHRE ARBEITSZEITEN: Schreiben Sie auf, wann Sie angefangen und aufgehört haben zu arbeiten, wann und wie lange Sie Pausen gemacht haben und auch wo Sie gearbeitet haben (Straße, Baustelle…). Notieren Sie sich ebenfalls wann und wieviel Bargeld Sie bekommen haben. Dies hilft Ihnen im Fall eines Konflikts.
SAMMELN SIE NACHWEISE: WhatsApp-Nachrichten, Briefe, E-Mails von Ihrem Chef / Ihrer Chefin helfen Ihnen im Notfall, Ihre Arbeit nachzuweisen. Machen Sie mit Ihrem Handy Fotos von sich an Ihrem Arbeitsort oder von Firmenschildern.
LASSEN SIE SICH NICHT EINSCHÜCHTERN: Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen oder was Sie eigentlich nicht unterschreiben möchten (z.B. Verträge, Lohnabrechnungen, Blankoformulare)
TUN SIE SICH MIT KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN ZUSAMMEN! Gemeinsam sind Sie stärker. Kolleginnen und Kollegen können Ihnen helfen, sie sind Ihre Zeugen. Versuchen Sie, schwierige Gespräche mit Ihrem Chef / Ihrer Chefin immer gemeinsam mit einer Kollegin / einem Kollegen zu führen.

Wenn Sie zu uns in die Beratung kommen, dann bringen Sie bitte möglichst alle Dokumente mit, die mit ihrer Arbeit zu tun haben, z.B.:
- Ihren Arbeitsvertrag oder Ausbildungsvertrag
- Lohnabrechnungen
- ggf. das Kündigungsschreiben
- wenn möglich eine Übersicht über die Stunden, die Sie gearbeitet haben

Unsere Beratungsstelle in Potsdam ist montags bis donnerstags besetzt, unser Büro in Frankfurt/Oder ist mittwochs besetzt, aber es kann sein, dass wir Außentermine haben. Bitte vereinbaren Sie deshalb einen Termin per Telefon, WhatsApp oder E-Mail.
Über uns
Die Fachstelle Migration und Gute Arbeit Brandenburg hat zum Ziel menschenwürdige und faire Arbeitsbedingungen für EU-Bürgerinnen und -Bürger und Geflüchtete durchsetzen, die in Brandenburg arbeiten. Hierfür berät und schult ein interdisziplinäres Team in unterschiedlichen (Mutter-)Sprachen zu arbeitsrechtlichen Fragen.
Die Fachstelle wird getragen von ARBEIT UND LEBEN Berlin-Brandenburg gGmbH und finanziert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg (MASGZ). Sie arbeitet eng zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), ihren Mitgliedsgewerkschaften und den Volkshochschulen.
Für Gute Arbeit in Brandenburg
Arbeitsrechte schützen Menschen, die einer Arbeit nachgehen, z.B. das Recht auf einen orts- und branchenüblichen Lohn, das Recht auf Ruhezeiten und bezahlten Urlaub oder das Recht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Sie gelten für alle Menschen, unabhängig von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status. Auch für Menschen, die ohne vorherige Erlaubnis durch die Ausländerbehörde oder ohne Arbeitsvertrag arbeiten. Die Arbeitsrechte von zugewanderten Personen werden zum Teil drastisch verletzt. Vor allem in der Reinigungs- und Pflegebranche, der Landwirtschaft, im Baugewerbe, in der Gastronomie oder der Logistik sind in Brandenburg nicht selten ganz erhebliche Verstöße gegen das Mindestlohngesetz, das Arbeitszeitgesetz, das Arbeitsschutzgesetz und weitere zwingende gesetzliche Vorgaben zu beobachten.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachstelle Migration und Gute Arbeit Brandenburg engagieren sich daher für menschenwürdige und faire Arbeitsbedingungen in Brandenburg. Ihre Aktivitäten umfassen:
- die individuelle Beratung,
- die präventive Aufklärung von Betroffenen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren über grundlegende Arbeitsrechte und
- die Kooperation und Vernetzung mit relevanten Akteuren
Seit Juli 2016 ist die Fachstelle Migration und Gute Arbeit Brandenburg in Brandenburg aktiv. 2026 feiern wir unser zehnjähriges Bestehen. Diese zehn Jahre stehen für viele Begegnungen mit Beschäftigten, gewachsene Kooperationen, neue Beratungsbedarfe und gemeinsame Lernprozesse mit zahlreichen Akteur*innen im Land. Zugleich haben sich die Bedingungen, unter denen migrantische Beschäftigte in Brandenburg leben und arbeiten, immer wieder verändert. Neue Formen der Beschäftigung sind entstanden, unterschiedliche Gruppen von Beschäftigten sind hinzugekommen und gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Entwicklungen haben neue Fragen für Beratung und Unterstützung mit sich gebracht. Die Arbeit der Fachstelle hat sich in dieser Zeit kontinuierlich weiterentwickelt und auf diese Veränderungen reagiert.
Der Rückblick auf zehn Jahre macht sichtbar, wie wichtig verlässliche Unterstützungsstrukturen und eine enge Zusammenarbeit verschiedener Akteur*innen sind. Viele Erfahrungen aus der Beratung, aus gemeinsamen Aktivitäten mit Partner*innen, aus dem Austausch mit Beschäftigten und aus der fachlichen Vernetzung haben dazu beigetragen, Probleme früher zu erkennen und Unterstützungsangebote weiterzuentwickeln. Gleichzeitig zeigt sich, dass der Zugang zu Arbeitsrechten für migrantische Beschäftigte auch heute keine Selbstverständlichkeit ist. Das Jubiläum ist für uns deshalb ein Anlass, das bisher Erreichte sichtbar zu machen, den vielen Wegbegleiter*innen für die Zusammenarbeit zu danken und die Erfahrungen der vergangenen Jahre für die weitere Arbeit zu nutzen. Auch nach zehn Jahren bleibt unser Ziel klar: Arbeitsrechte müssen für alle Beschäftigten bekannt, zugänglich und durchsetzbar sein.
Fachstelle Migration und Gute Arbeit Brandenburg
Standort Potsdam
Im Haus der Gewerkschaften
Breite Straße 9a
1. Stock, Raum 114
14467 Potsdam
Tel.: +49 (0) 331 273 579 98
Fax: +49 (0) 331 273 250 91
E-mail: info@rightsatwork.de
Erreichbarkeit telefonisch und per E-Mail: montags bis donnerstags 10.00-16.00 Uhr. Persönliche Beratungsgespräche nach Terminvereinbarung.
Standort Frankfurt/Oder
Zehmeplatz 11
3. Stock, Raum 306
15230 Frankfurt / Oder
Mobil/WhatsApp: +49 (0) 176 219 897 68 und +49 (0) 176 433 635 17
E-mail: info@rightsatwork.de
Persönliche Beratungsgespräche mittwochs nach Terminvereinbarung.
Kontakt
Berater*innen:
Diana Lemanski (deutsch, polnisch, englisch)
Mobil/Whatsapp: +49 (0) 155 618 54431
E-Mail: lemanski@berlin.arbeitundleben.de
Maria Seidel (deutsch, französich, englisch)
Mobil/Whatsapp: +49 (0) 176 219 89973
E-Mail: seidel@berlin.arbeitundleben.de
Bildungsreferentin:
Diana Lemanski
Tel: +49 (0) 155 618 54431
E-Mail: lemanski@berlin.arbeitundleben.de
Projektreferentin:
Joanna Hubert
Tel.: +49 (0) 176 433 635 17
E-Mail: hubert@berlin.arbeitundleben.de
Projektleiter:
Dr. Philipp Schwertmann
Tel.: +49 30 513 019 270
E-Mail: schwertmann@berlin.arbeitundleben.de
Aktuelle Informationen auf unserer Facebookseite unter:
Webseite zu
Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg gGmbH
Anfahrtsbeschreibung
Potsdam
Frankfurt/Oder
Wichtige Information
Flyer und Materialien
arabisch.pdf
arbeitzeitkal_09-01-2023_ukrainisch.pdf
bema_arbeitszeitkalender_en_16-02-2023_web.pdf
bema_arbeitszeitkalender_griechisch_16-02-2023_web.pdf
bema_arbeitszeitkalender_polnisch_16-02-2023_web.pdf
bema_arbeitszeitkalender_rumaenisch_16-02-2023_web.pdf
bema_arbeitszeitkalender_russisch_16-02-2023_web.pdf
bulgarisch.pdf
franzoesisch.pdf
italienisch.pdf
kroatisch.pdf
persisch.pdf
russisch.pdf
spanisch.pdf
tuerkisch.pdf
ungarisch.pdf
vietnamesisch.pdf


Gefördert von

Beraten und unterstützen
Aufklären und vorbeugen
Kooperation und Vernetzung





